Woman with psoriasis

Schätzungen zufolge leiden allein in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen an Psoriasis. Foto: fotolia/hriana

Schuppige, gerötete und stellenweise blutige Hautpartien sind die auffälligen Anzeichen einer Psoriasis, die umgangssprachlich auch Schuppenflechte genannt wird und von der Schätzungen zufolge allein in Deutschland etwa zwei Millionen Menschen betroffen sind. Am Welt-Psoriasistag, der in 2014 unter dem Motto “Schuppenflechte? Trau Dich“ steht, werden Betroffene aufgerufen, sich angesichts der zumeist unübersehbaren Hautveränderungen nicht zu verkriechen. Die Initiatoren der Kampagne – der Deutsche Psoriasis Bund e.V., der Berufsverband der Deutschen Dermatologen, das bundesweite PsoNet und die Deutsche Dermatologische Gesellschaft – appellieren gleichzeitig an die Verantwortlichen in den Krankenkassen und der Gesundheitspolitik, die wissenschaftlich gesicherten Therapiestandards zu beachten und innovativen Behandlungskonzepten mehr Raum zu geben.

Wodurch wird Psoriasis ausgelöst?

Die Krankheit verläuft in Schüben, die von symptomfreien Intervallen abgelöst werden können. Die nicht ansteckende Schuppenflechte ist eine Entzündungsreaktion des Körpers, bei der die körpereigene Immunabwehr „verrücktspielt“, wodurch sich die Erneuerung der Hautzellen beschleunigt. Neben einer genetischen Veranlagung, können folgende Auslöser die Krankheit zum Ausbruch bringen oder einen Schub auslösen:

  • Infektionen, wie zum Beispiel Mittelohr- und Mandelentzündungen.
  • Seelischer Stress, hervorgerufen durch die familiäre, soziale oder berufliche Situation.
  • Anhaltende mechanische Hautreizungen durch zu eng anliegende Kleidung.
  • Stoffwechselstörungen und Hormonschwankungen.
  • Operationen, Verletzungen, Tätowierungen oder Sonnenbrand.
  • Medikamente, wie etwa Betablocker, Lithiumsalze, Interferone, Chloroquin und nichtsteroidale Antirheumatika

Symptome der Schuppenflechte

schuppenflechte - psoriasis an armen und beinen

Bei einem Psoriasisschub bilden sich silbrig-weiße, glänzende Schuppen auf scharf abgegrenzten Hautpartien. Foto: fotolia/Farina3000

Während sich die Haut bei gesunden Menschen innerhalb von 30 bis 40 Tagen erneuert, dauert es bei einem Psoriasis-Schub gerade einmal drei bis vier Tage. Dadurch bilden sich silbrig-weiße, glänzende Schuppen auf scharf abgegrenzten, stark durchbluteten und entzündlich geröteten Hautpartien, die zeitweilig auch jucken können. Betroffen sind vor allem die Ellbogen, der Schienbeinbereich und die Kopfhaut, aber auch an Händen, Füßen, Brust, Rücken und Gesäß – vereinzelt auch an Augenbrauen, Bauchnabel, Achselhöhlen oder Geschlechtsorganen – kann die Schuppenflechte ausbrechen. Bei schweren Verläufen kann sogar die gesamte Haut befallen sein. Von den entzündlichen Veränderun­gen wird häufig auch inneres Gewebe – wie zum Beispiel die Gelenkinnenhaut oder die Innenwand der Blutgefäße – in Mitleidenschaft gezogen. Dadurch kann es zu begleitenden Erkrankungen wie Arthritis oder Arteriosklerose kommen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es?

Da die Psoriasis noch nicht heilbar ist, sind die Betroffenen oft ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen. Mit der richtigen Therapie las­sen sich die Schübe jedoch reduzieren und gut eingestellte Patienten sind häufig über einen langen Zeitraum sogar völlig beschwerdefrei:

  • Ist weniger als ein Zehntel der Hautoberfläche betroffen, lässt sich die Schuppenflechte relativ gut mit Salben, Cremes oder Tinkturen behandeln.
  • Bei schwereren Formen wird die Einnahme entzündungshemmender Medikamente notwendig, die das überaktive Immunsystem beruhigen.
  • Auch UV-Bestrahlungen dämpfen das Immunsystem und können die medikamentöse Therapie sinnvoll ergänzen. Weil UV-Licht aber gleichzeitig das Hautkrebsrisiko erhöht, ist die Bestrahlung als Dauertherapie nicht angezeigt.

Nicht nur die Haut leidet

Psoriatiker leiden oftmals nicht nur unter den Hautveränderungen, starkem Juckreiz oder den möglichen Nebenwirkungen der Medikamente, Betroffene fühlen sich häufig durch die Krankheit entstellt, wodurch ihr Selbstwertgefühl in Mitleidenschaft gezogen wird. Das aber führt zu Stress, der neuerliche Schübe auslösen kann. Verhaltenstherapie oder Entspannungsmethoden können hilfreich sein, um das seelische Gleichgewicht wieder herzustellen, aber auch der Erfahrungsaustausch in Selbsthilfegruppen, kann dazu beitragen, das Leiden zu lindern.

Was kann man tun, um Schübe zu vermeiden oder zu lindern?

Wer sich gesund ernährt und fit hält, nicht raucht, nur mäßig Alkohol konsumiert und auf sein Gewicht achtet, stärkt sein Immunsystem und gilt als weniger anfällig für Psoriasis-Schübe. Um die typischen Beschwerden zu lindern oder zeitweise sogar ganz zum Abklingen zu bringen, haben sich auch folgende Tipps bewährt:

  • Viele Psoriatiker profitieren von einem Aufenthalt am Meer. Doch Vorsicht: Ein Sonnenbrand könnte einen neuen Schub auslösen.
  • Bäder mit Salz aus dem Toten Meer haben eine ähnliche Wirkung.
  • Bei manchen Betroffenen beeinflusst Stress die Haut. Deshalb sollten sie sich in Zeiten besonderer Anforderungen bewusst Zeit für sich nehmen.
  • Kleidung aus synthetischen Fasern und Stoffen, die die Haut mechanisch reizen können, sollten Schuppenflechte-Patienten nicht tragen.
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    Unterwäsche aus Baumwolle mit Silberfasern hilft die Symptome der Schuppenflechte zu lindern. Foto: BestSilver

    Trockene Heizungsluft kann die Haut bei Schuppenflechte weiter strapazieren. Regelmäßiges Lüften, Zimmerbrunnen oder Luftbefeuchter ohne chemische Zusätze sorgen für ein verbessertes Raumklima.

  • Durch das Tragen von Silberwäsche kann eine schnell spürbare und nachhaltige Linderung von Krankheitssymptomen wie Juckreiz und Schuppen der Haut erzielt werden. Das wurde jüngst in einer klinischen Studie der PsoriSol-Klinik für Dermatologie & Allergologie in Hersbruck nachgewiesen.

Dabei untersuchte Prof. Dr. med. Ulrich Amon an 125 Patienten mit unterschiedlichen Hauterkrankungen die Wirkung von Silbertextilien. In mehr als 80 Prozent der Fälle konnte ein hoher bis sehr hoher Anteil am Therapieerfolg bei Hand- und Fußekzemen sowie bei atopischer Dermatitis nachgewiesen werden. Die Untersuchungen belegten auch, dass Silber den typischen Juckreiz bei chronischen Hautkrankheiten wie der Schuppenflechte schon in den ersten Tagen der Anwendung lindern kann. Rötungen und Schuppungen verringerten sich innerhalb kurzer Zeit und die Heilungsprozesse wurden ebenso nachhaltig gefördert wie das seelische Wohlbefinden der Patienten.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Blogbeitrag enthält nur allgemeine Informationen, darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden und kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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