Wie sinnvoll sind Desinfektionsmittel im täglichen Leben?

Das Geschäft mit Desinfektionsmitteln boomt. Ob Hygienetücher, Desinfektionssprays oder antibakterielle Gels – sie alle versprechen, bis zu „99,9 Prozent“ aller Bakterien abzutöten. Und die Kunden greifen zu. Wie eine Studie des Marktforschungsinstituts Nielsen ergab, stieg der Umsatz mit Handinfektionsprodukten in Drogeriemärkten und Discountern zwischen Mitte 2015 und Mitte 2017 von 18,2 auf 31,2 Millionen Euro.

Bessere Hygiene durch Desinfektionsmittel?

Wenn der Sitznachbar im Bus niest oder die Frau in der Kassenschlange hustet, sollte man da nicht umgehend ein Desinfektionsspray oder -tuch benutzen oder sich spätestens zuhause die Hände mit einer antibakteriellen Seife waschen?  Experten raten zu Zurückhaltung: Im täglichen Leben eines gesunden Menschen ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln weitestgehend überflüssig.  Die ständige Verwendung von desinfizierenden Sprays, Tüchern und Gels

  • kann zu einer Beeinträchtigung des Hautschutzmantels führen, der der natürlichen Abwehr von Erregern dient.
  • Zusätze dieser Produkte können zu allergischen Hautreaktionen und Hautirritationen führen.
  • Keime können Toleranzen gegen die desinfizierenden Wirkstoffe bilden, wenn sie keiner letalen Dosis ausgesetzt werden.
  • Die Widerstandsfähigkeit von Bakterien gegen Antibiotika kann durch den Einsatz von Desinfektionsmitteln begünstigt werden.

Wasser und Seife tun es auch

Wasser und Seife oft besser als Desinfektionsmittel

Keime, Bakterien und anderer Krankheitserreger werden gut beseitigt, wenn man sich die Hände gründlich mit Wasser und Seife wäscht . Fotos: 123rf-hxdbzxy/123rf-Radist

Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält Desinfektionsmittel nur in Ausnahmefällen für sinnvoll und notwendig – etwa um eine Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern. Laut BfR sei nicht das Mittel ausschlaggebend, sondern eine konsequente und korrekte Handhygiene – und dafür reichen für den Alltagsgebrauch Wasser und Seife völlig aus. Grundsätzlich werden Keime, Bakterien und andere Krankheitserreger gut beseitigt, wenn man sich die Hände gründlich mit Wasser und Seife wäscht und zwar:

  • nach jedem Toilettengang
  • wenn man nach Hause kommt
  • vor der Zubereitung von Speisen – insbesondere beim Umgang mit rohem Fleisch
  • nach Arbeiten im Freien wie der Gartenarbeit
  • vor dem Essen
  • und auch nach dem Niesen, Husten oder Ausschnauben der Nase.

Das mag banal klingen, doch Umfragen belegen, dass sich zwei Drittel der Deutschen das gründliche Händewaschen zum Beispiel nach einem Toilettenbesuch sparen.

Gründliche Handwäsche für unterwegs

Und auch wenn man unterwegs ist und keine Möglichkeit besteht, sich die Hände vernünftig zu waschen, muss man nicht gleich zu Handdesinfektionsmitteln greifen. Für die Handwäsche zwischendurch hat sich der SilverButler als besonders effektiv erwiesen. Mit dem 30 mal 30 Zentimeter großen Tuch aus versilberter Fallschirmseide werden die Hände einfach abgerieben – in etwa so, wie Sie es auch beim Händewaschen unter fließendem Wasser machen würden. Aufgrund der natürlichen antibakteriellen Eigenschaften von Silber werden tatsächlich bis zu 99 Prozent der häufigsten Bakterien beseitigt – das bestätigt auch ein Test unter Laborbedingungen  mit NZRM 2857.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

8 − eins =