Auf dem Camino

Der Camino hat es ihm angetan

Der Camino hat es Gunter Morgenthal angetan

Gunter Morgenthal zurück auf „seinem“ Camino. Fotos: privat

Vom 8. Juni bis 24. Juli  ist Gunter Morgenthal im vergangenen Jahr über den Jakobsweg gepilgert und die Leser des BestSilver Blogs konnten seine Pilgerreise dabei zeitnah verfolgen. Fast 50 Tage war der heute 56-Jährige aus Buxtehude unterwegs und hat in dieser Zeit etwas mehr als 1.000 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Doch der Camino lässt ihn nicht los. Am Sonntag ist er mit dem Flieger in Bilbao gelandet und dann weiter mit dem Bus nach Burgos gefahren. Gestern nun hat er sich zusammen mit seinem Freund Thomas –  ausgestattet mit zwei neuen Silbershirts, vier Paar Sneaker Sportsocken und vier Paar Trekking-Socken – wieder auf den Camino gemacht. Ziel: Santiago de Compostela, der Wallfahrtsort der Jakobswegpilger, den die beiden spätestens Ende August erreichen wollen.

Start mit Hindernissen

Morgenthals Camino

Gegenüber einer Bar finden die Pilger endlich ein Hotel.

6. August: Schon seit Wochen – ach was, seit Monaten – freut sich Gunter Morgenthal auf „seinen Camino“ und dann das: verschlafen! Ob er nun den Wecker überhört oder falsch gestellt hatte – egal! Es bleiben nur 20 Minuten, um aufzustehen, sich frisch zu machen, den Rucksack zu packen und die Tür hinter sich zuzuziehen. Aber er hat es geschafft und ist immerhin noch fünf Minuten vor Check-in-Schluss am Flughafen. In Bilbao stellt er dann fest, dass er seine nagelneuen Harley-Biker Fingerless-Gloves im Flieger verloren hat. Die hatte er extra gekauft, weil er in diesem Jahr statt des Pilgerstabs Gehhilfen mitgenommen hat. Seine Hüfte macht leider immer noch Probleme. Und als ob das noch nicht genug wäre, sind in Bilbao fast alle Herbergen und Hotels belegt. Nach zweistündiger Suche finden er und sein Freund endlich gegen 21.00 Uhr ein Hotel, für das sie zusammen 80 Euro bezahlen müssen – in einer Herberge hätte es nur 14 Euro gekostet.

Das fängt ja gut an

Der Camino unweit von Tardajos

Nach eineinhalb Stunden ohne Wasser, endlich ein Brunnen.

7. August: Den ersten Tag lassen die beiden Pilger in Borgos ruhig angehen. Frühstück erst um 8.30 Uhr – selbstverständlich mit Croissants, frisch gepresstem Orangensaft und einem leckeren Cafe con Leche. So recht scheint Gunter Morgenthal seinen Camino-Rhythmus aber noch nicht gefunden zu haben. Am Abend hatte er vergessen, Wasser zu kaufen und beim Start um 9.00 Uhr sind noch alle Läden geschlossen. Es geht also ohne Wasser los. Irgendwann meldet sich die Leiste, aber dank der Gehhilfen kann’s weitergehen. Endlich nach eineinhalb Stunden finden die Pilger einen Brunnen und können ihre Wasserflaschen füllen. Unterwegs treffen die Freunde auf Andreas, einen deutschen Pilger, mit dem sie gemeinsam gegen Mittag in einer Bar in Tardajos Rast machen. Zu dritt geht es weiter, doch nach drei Kilometern müssen sie feststellen, dass sie wohl einen der gelben Pfeile, die auf dem Camino die Richtung weisen, übersehen und sie sich verlaufen haben. Nach einigem hin und her beschließen die Pilger, nach Tardajos zurückzukehren, dort eine Herberge zu suchen und es für diesen Tag gut sein zu lassen. Das letzte, das wir heute von Gunter Morgenthal hören ist, dass sich ein Bügel von seiner Lesebrille gelöst hat und er gerade im Taxi zum nächsten Optiker sitzt.

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