Monotonie auf dem Jakobsweg

Auf dem Jakobsweg von Frómista bis Sahagún

Gestern sind Gunter und Thomas in Sahagún angekommen. Der Ort mit zirka 2.500 Einwohnern liegt auf 820 Metern im Süden der altkastilischen Provinz León. Rund 350 Kilometer liegen noch vor den Pilgern, bis sie voraussichtlich Ende August ihr Ziel Santiago de Compostela erreichen werden.

Tortilla mit Klavierbegleitung

Hitze auf dem Jakobsweg11. August: Die 5. Etappe führt die beiden Freunde aus Buxtehude über gut 19 Kilometer von Frómista nach Carrión de los Condes. Sie haben heute Glück: Schon früh um sechs bekommen sie in einer Cafeteria ein leckeres Frühstück und nur eine halbe Stunde später sind die beiden auch schon wieder auf dem Camino. Es ist bewölkt, aber etwas wärmer als gestern und perfekt zum Pilgern. Auf dieser Etappe ist der Jakobsweg kerzengerade, ein wenig anspruchslos, so dass Gunter und Thomas immer entlang der Straße laufen. Nach dreieinhalb Kilometern legen sie eine kurze Kaffeepause ein. Gegen neun reißt die Wolkendecke auf, satt blauer Himmel! Es läuft sich sehr angenehm, bis nach etwa zehn Kilometern eine tolle Herbere mit großem Garten und freilaufendem Geflügel am Wegesrand liegt. Genau der richtige Ort für eine Mittagspause. Sie bestellen frisch zubereitete Tortilla, auf die sie bei einem kalten Getränk etwas warten müssen. Die Tortillas kommen und eine junge italienische Pilgerin beginnt auf dem Klavier der Herberge zu spielen. „Ich bekam ’ne Gänsehaut“, schreibt uns Gunter, „mehr geht nicht!“ Doch weiter geht’s. Nach vier Kilometern machen die Freunde erneut eine kurze Rast, bevor sie die letzten sechs Kilometer bis Carrión de los Condes in Angriff nehmen. Dort bekommen sie im Kloster Espiritu Santos ein schönes Zimmer mit 12 Einzelbetten.

Monotonie auf dem Jakobsweg

12. August: Für heute haben die beiden Pilger das gut 17 Kilometer entfernte Calzadilla de la Cueza angepeilt. Schon recht früh steigt das Thermometer auf über 30 Grad. Auf dem kerzengeraden Weg ist Monotonie angesagt – kein Dorf, keine Stadt links und rechts des Wegesrandes. Etwa sieben Kilometer vor ihrem Ziel kommt dann doch noch eine willkommene Abwechslung: Unter einer schattigen Baumgruppe werden gegrillte Chorizos wie Hamburger zubereitet. Mit Stühlen, Tischen, Musik und vor allem Schatten kommt den Pilgern diese Oase gerade richtig.

Mal wieder kein Frühstück

13. August: In Calzadilla de la Cueza sind frühmorgens noch alle Läden geschlossen. Also machen sich unsere Pilger um kurz vor halb sieben einmal wieder ohne Frühstück auf den Jakobsweg. Gut 22 Kilometer sind es bis Sahagún. Es ist noch recht dunkel, doch nach etwa einer Stunde geht die Sonne auf. „Man muss sich morgens immer mal wieder umdrehen“, schreibt Gunter, „um die tollen Farbspiele am Himmel nicht zu verpassen!“ Nach sechs Kilometern bekommen sie gegen 8.00 Uhr endlich in Ledigos ein Frühstück. Gestärkt und gut gelaunt geht es weiter. Es ist angenehm kühl und die Landschaft wird wieder abwechslungsreicher – leicht hügelig und immer wieder Sonnenblumen.  In Moratinos gönnen sich die Freunde vor einer Bodega noch eine kleine Pause. Die Hitze ist auszuhalten, so dass die beiden ohne Probleme einige Zeit später ihr Ziel erreichen und in einer schönen Herberge unterkommen.

Frühmorgens auf dem Jakobsweg

Frühmorgens sollte man sich immer mal wieder umdrehen, um die tollen Farbspiele am Himmel nicht zu verpassen. Fotos: privat

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