Auf dem Jakobsweg in Galizien

Der Camino von oCebreiro bis Ferreiros

Jakobsweg in Galizien

Galizien, das Land, das Gunter wegen seiner wunderschönen Berglandschaft lieben gelernt hat. Fotos: privat

Gunter und Thomas befinden sich jetzt in Galizien. Sie pilgern auf jenem Teil des Jakobswegs, den Gunter wegen seiner wunderschönen Berglandschaft in den letzten Jahren so lieben gelernt hat.

Mit der Taschenlampe durch die Berge

Nebel in Galizien18. August: Schon um zwanzig nach sechs sind die beiden Pilger mit der Taschenlampe in der Hand gestartet. In der Dunkelheit der Berglandschaft sind sie sich bald nicht mehr sicher, ob sie überhaupt auf dem richtigen Weg sind. Erst als sie einige Pilger überholen, ist wieder alles klar. In der Morgendämmerung ist die Landschaft in Nebel gehüllt. „Traumhaft schön“, schreibt Gunter, „eine Landschaft, so mystisch wie bei Herr der Ringe“. Darum liebt er Galizien – die Landschaft, die Musik, das Essen und die Leute. Nach fast neun Kilometern erreichen sie das Bergdorf Alto do Poio auf 1.337 Metern Höhe und bestellten sich in einer Bar erstmal Eier mit Speck und einen Cafe con Leche. Gut gestärkt geht es weiter und die beiden Pilger können sich gar nicht satt sehen an der wunderschönen Berglandschaft. Als sie im Dorf Filloval ankommen, beschließen sie im Garten eines Restaurants, nach einer Tagesetappe von nahezu 18 Kilometern in der angrenzenden Herberge zu übernachten.

Galizien: Momente zum Verlieben schön

Sonnenaufgang in Galizien19. August: Nach dem Frühstück, machen sich die beiden Pilger gut gestärkt erst um zwanzig vor acht wieder auf den Camino. Sie wollen schließlich etwas von der schönen Landschaft sehen. Ihre 12. Etappe führt sie nach St. Mamede do Camiño. 19 Kilometer liegen vor ihnen mit extremen Steigungen und starkem Gefälle. Das wunderschöne Panorama entschädigt für die Anstrengungen. Erst nach fast vier Stunden kommen sie ohne Unterbrechung im Dorf Gosende an. Nach anstrengenden 13 Kilometern haben sich Gunter und Thomas ihr Bocadillo con Chorizo, Queso y Tomate (Sandwich mit Wurst, Käse und Tomate) und ein erfrischendes „Estrella Galicia“ (galizisches Bier) mehr als verdient. Die Atmosphäre in der rustikalen Bar lädt mit schöner Musik zum Bleiben ein. „Erholung pur“, schreibt Gunter, „diese Momente liebe ich und wenn man erschöpft ist, genießt man sie umso mehr“. Nach einer dreiviertel Stunde geht es weiter. Die Landschaft erinnerte ein bisschen an Bayern und Gunter meint, in Galizien sei ganz Europa vereint. Um kurz vor drei kommen sie in ihrer Herberge an, wo Gunter tags zuvor zwei Betten reserviert hat. Das will er jetzt immer so machen, denn oft sind die Herbergen schon am frühen Nachmittag komplett ausgebucht.

Wieder um die 35 Grad

Galizien auf dem Jakobsweg20. August: Gunter und Thomas haben schlecht geschlafen. Die Betten knarrten bei jeder Bewegung und zu allem Übel war auch noch ein Kampfschnarcher im Zimmer. Sie sind froh, als die Nacht vorbei ist, packen ihre sieben Sachen und stellen erfreut fest, dass im Aufenthaltsraum bereits das Frühstück vorbereitet ist. Um 7:40 Uhr machen sie sich wieder auf den Weg. Heute soll es erneut sehr heiß werden – um die 35 Grad. Eine Zeit lang geht es extrem steil nach oben. Trotz der Anstrengung, aber wunderschön. Wegen der schweren Rucksäcke bewegen sich die beiden Norddeutschen im Zeitlupentempo nach oben. „Ich genoss aber jeden Meter“, schreibt Gunter. „Je feuchter mein Silbershirt zwischen Rücken und Rucksack wurde, desto kühler wurde es am Rücken. Es hat sich also wieder einmal bewährt und mir geht’s saugut“. Da sie erst um halb vier in der Herberge ankommen und heute so gar keine Lust mehr zum Wäschewaschen haben, vertrauen auf ihre geruchsfreien Silberklamotten und lassen den Tag mit Relaxen ausklingen.

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